Warum Amerikaner Fußball nicht mögen

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8ji18dFür gerade mal 2% aller Amerikaner ist Fußball der erklärte Lieblingssport – ungeachtet der Tatsache, dass es die beliebteste Sportart weltweit ist. Aber warum ist das so?

Das Herz der amerikanischen Kultur schlägt für Gerechtigkeit, genauer gesagt für das Konzept von Gerechtigkeit.

Der „American Dream“ ist eine Geschichte über Gerechtigkeit. Die Menschen, die hart arbeiten und ehrlich sind, nie aufgeben und immer positiv sind, bekommen was sie verdienen. Karriereleiter bedeutet Gerechtigkeit.

Auch im Sport wollen die Amerikaner diese Gerechtigkeit optimieren. Sie wollen, dass das Team gewinnt, welches es verdient hat – härter gespielt, mehr Talent, mehr Chancen, schöneres Spiel. Das beste Team muss nicht immer gewinnen, aber es muss sich seinen Sieg verdienen.

Was mich zum Thema Fußball bringt:

Im Fußball gibt es keine Gerechtigkeit.

Einige Beispiele:

Ein Tor macht im Fußball einen riesen Unterschied aus, denn bei einer durchschnittlichen Weltmeisterschaft werden pro Spiel 2,89 Tore geschossen. Des Weiteren hat der Schiedsrichter einen enormen Einfluss auf das Spielgeschehen.

Ein falsch gegebenes Abseits. Ein falsch gesehenes Foul im Strafraum, dass zu einem Strafstoß führt (7,4% von allen WM Toren). Eine rote Karte für ein kleines Vergehen, kann das ganze Spiel umdrehen. Es gibt viele Möglichkeiten für die Spieler, einander zu foulen, oder so zu tun, als ob sie selber gefoult worden sind. Die Tore sind manchmal nicht verdient und das fühlt sich für den Amerikaner sehr ungerecht an.

Knockout Spiele können mit Elfmeterschießen enden

Eine Mannschaft kann die gesamte Spielzeit ums Überleben gekämpft haben und am Ende doch noch das Spiel beim Elfmeterschießen gewinnen. So kann ein Spiel, oder auch die gesamte WM, gewonnen werden, ohne dass Fußball gespielt wird. Es geht nicht mehr darum, welches Team fitter ist oder den stärksten Willen hat, sondern das Team gewinnt, welches die größeren Talente bei den Schützen und Torwarten hat. Und das ist ungerecht.

Eine Mannschaft kann das gesamte Spiel lang dominieren – und noch immer verlieren

Es ist ein gutes Gefühl, wenn Sie Ihre eigene Mannschaft 90 Minuten lang hart kämpfen sehen, und diese am Ende durch absolut glückliche Umstände gewinnt. Für den Verlierer fühlt es sich erneut ungerecht an.

Des Weiteren vermissen die Amerikaner die Dramatik der hohen Ergebnisse. Es ist für sie nur schwer verständlich, dass ein 0:0 Spiel eines der spannesten Spiele sein kann. Manch Superbowl endet mit einem Stand von 95:29 – und selbst hier gibt es für die verlierende Mannschaft während des gesamten Spiel, viele Möglichkeiten, das Spiel herumzudrehen. Undenkbar im Fußball!

Es ist für Amerikaner auch unverständlich, und erneut ungerecht, dass die Uhr nie angehalten wird. Weder für Fouls, wenn sie ein Spieler minutenlang am Boden wälzt, noch für Diskussionen oder Aufstellungen bei einem Freistoß. Stattdessen wird am Ende einer jeden Spielzeit, ein paar Minuten drangehängt. Eine Mannschaft, die denkt, dass Sie schon den Pokal sicher hat, kann so doch noch immer verlieren.

Was mich dazu bringt, dass ich mich, wenn ich Fußball schaue, 90 Minuten lang auf das Spiel konzentriere und nur in der Halbzeit aufstehe um die Bier Reserven aufzufüllen.

Bei amerikanischen Sportveranstaltungen ist das nicht so. Amerikaner kommen nicht pünktlich zum Spielstart im Stadion an, während des Spiel wird aufgestanden, minutenlang der Sitz verlassen, Gymnastik gemacht.

Eigentlich so ziemlich alles, was mich sehr wundert. Wenn ich mich für einen Sport interessiere und eine Mannschaft spielt, die mir am Herzen liegt, will ich doch nichts verpassen?

Aber im amerikanischen Sport wird halt die Uhr angehalten. Ein Baseballgame hat keine zeitliche Begrenzung, und bei einem Footballgame wird wegen jeder Kleinigkeit die Uhr angehalten und es zieht sich unendlich in die Länge.

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Kategorie: Unbegrenzte Un-Möglichkeiten

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