Sunnyside in San Francisco

Mai 29, 2014 | By | Antworte Mehr

204sunnyside-sheet2In den späten 1880 Jahren investierte der Unternehmer Behrend Joost in Immobilien und gründete den Sunnyside Bezirk in San Francisco.

Der in Deutschland geborene Joost war als Teenager nach San Francisco gekommen. Dort arbeitete er als Lebensmittelhändler Hardware-Verkäufer und klein Immobilien-Investor, bevor er in eine Firma investierte, die Baggerarbeiten für einen Kanal in Panama liefern wollte. Bevor diese Pläne scheiterten, ließ er sich ausbezahlen.

Sein neues Vermögen investierte er in Immobilien im Glen Canyon. Um die Entwicklungspläne in den westlichen Stadtteilen von San Francisco voranzutreiben, mussten diese mit effizienten Transportmöglichkeiten an die Innenstadt angebunden werden.  Joost und seine Co-Investoren bauten die erste elektrische Straßenbahnlinie der Stadt. Die „San Francisco und San Mateo Railway“ wurde am 27. April 1892 eröffnet und ihre Route führte bequemer Weise an Joosts größten Land Investitionen „Sunnyside“ vorbei.

Der Stadtteil „Sunnyside“ grenzte an Adolph Sutros großem Wald im Westen, dem damaligen Stadt Gefängnis im Süden, und eine Hügelkette im Norden, hinter dem  Glen Canyon Park der Stadt San Francisco. Trotz des noch immer unerschlossenen Gebiets, dass eine reine Wildnis war, gab sich Joosts Firma, die größte Mühe darauf hinweisen, dass Sunnyside „nicht in den Sanddünen“ läge und es der Tat die “ Creme de la Creme von San Francisco Stadtteilen“ sei.

Joosts Immobilienfirma „Sunny Side Land Company“ kaufte das Land von Leland Stanford und die Umgebung bestand größtenteils aus Gemüsefeldern. Im Januar 1890 wurde die erste Planungskarte für „Sunnyside“ erstellt und im April 1891 eeingereicht. In Ost-West Richtung waren die Straßen in alphabetischer Reihenfolge nach Städten benannt, von Acadia bis Hamburg (deren Name leider in späteren Jahren in Ridgewood geändert wurde). Die Nord-Süd Straßen wurden nach Personen (einschließlich Joost selbst) benannt.

An der Ecke des heutigen Monterey Boulevard und Circular Way stand das Kraftwerk für die elektrische Eisenbahn. Im Juli 1891 wurden das erste Grundstück verkauft und bis Ende des Jahres noch 32 mehr. Aber der Verkauf ging schleppend voran und des Weiteren gab es Zweifel an der Sicherheit der Eisenbahn, die sich als Verlust Geschäft herausstellt. Joost verkaufte schlussendlich seine Anteile und im Jahr 1900 war noch immer weniger als 5% von Sunnysides insgesamt 2.225 Grundstücken bebaut.

Die durch das Erdbeben von 1906 ausgelöste Wohnungsknappheit, gab Sunnyside einen Boom. Wie die Immobilienhändler vorausgesagt hatten, wurde die Nachbarschaft „innerhalb kürzester Zeit eine der am dichtesten besiedelten Nachbarschaften der Stadt.“ Schulen und neue Straßenbahnlinien, darunter die “ Sunnyside 10 „, wurden zusammen mit den neuen Häusern gebaut.

Am Ende holte sich der Bauboom von San Francisco die dünn besiedelten Gegend. Die Abholzung von Sutros Wald für den Westwood Highlands Park und Westwood Highlands, öffnete den direketen Weg nach Westen als “ Sunnyside Boulevard “ und verschmolzen mit dem Monterey Boulevard. Das alte Gefängnis wurde  das Ingleside City College und die verschiedenen Gemüsefelder verschwanden unter Beton und Häusern.

Neue Straßenbahnlinien, darunter die „Sunnyside 10“ verbanden die Nachbarschaften. Zu den kleinen viktorianischen Häuschen kamen die Häuser der 1920er und 1930er Jahre und später kamen noch die Doppelhaushälften der 1950er und 60er Jahre dazu . „Sunnyside“ fühlt sich noch immer wie ein Dorf an. Das liegt vielleicht an seiner Topographie und den Sackgassen die durch das City College und der Interstate 280 entstanden sind.

Das am Besten bekannte Wahrzeichen der „Sunnyside“ Nachbarschaft  entstand in den frühen 1900er Jahren. W.A. Merralls baute „San Franciscos anderes Observatorium“ das nördlich an der heutigen Monterey Avenue zwischen Baden und Congo Street liegt.

Und trotz des hoffnungsvollen Namen, dem Joost diesem Stadtteil gab, es gibt in der Regel mehr Nebel als Sonne in Sunnyside .

 

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Kategorie: Fog City - Stadt des Nebels, Geschichte von San Francisco

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