Musik aus San Francisco: Journey

Mai 7, 2015 | By | Antworte Mehr

1024px-Journey_bandWohl kaum eine andere Band hat so ein großes Wechselteather hinter sich wie die „Journey.“

Die beiden ehemaligen Santana-Mitgliedern Neal Schon und Gregg Rolie gründeten 1973 in San Francisco die Band „Journey“. Später kamen noch Ross Valory, Prairie Prince und George Tickner. Nach einem heillosen Durcheinander und Streitigkeiten verließ Prince die Band noch vor der Fertigstellung der Aufnahmen zur ersten Platte.

Aynsley Dunbar kam an seiner Stelle. Nach Veröffentlichung des Debütalbums im Jahr 1975 verließ auch Tickner die Gruppe. Das erste Album, und auch die beiden nächsten Veröffentlichungen Look into the Future (1976) und Next (1977), zeichneten sich durch lange Instrumentalpassagen und einen leicht progressiven Touch aus, durchsetzt mit dezenten Verweisen auf den früheren Arbeitgeber Santana. Allerdings blieb der Formation der kommerzielle Erfolg verwehrt.

Daraufhin fasste die Band den Entschluss, sich künftig zugänglicher zu präsentieren. Zu diesem Zweck wurde zunächst der Sänger Robert Fleischman verpflichtet, der sich den Gesang mit Rolie teilen sollte. Die Zusammenarbeit brachte allerdings nicht den erhofften Erfolg und nach der Trennung von Fleischman wurde der junge Sänger Steve Perry verpflichtet.

Die Band präsentierte sich songorientierter und konnte mit der Single-Auskopplung Wheel in the Sky einen ersten Hit verbuchen. Perrys exzellenter Gesang machte sich besonders bei den balladen-orientierten Teilen des Albums bemerkbar und sollte sich in den folgenden Jahren zu einem der Markenzeichen der Band entwickeln. Dunbar verließ Journey nach diesem Album und wurde durch Steve Smith ersetzt.

Das Live-Album Captured (1981) beendete die Ära von Gregg Rolie, der sich im Anscluss daran seiner Solo-Karriere widmete. Als neues Mitglied kam Jonathan Cain (Keyboards) zur Gruppe, der vorher für die Band Babys aktiv war. Mit dieser Umbesetzung ging abermals eine stilistische Neuorientierung einher. Die rockigen Elemente traten in den Hintergrund und machen Platz für balladenhafte Momente, die vor allem in den Kompositionen von Perry und Cain zum Tragen kamen.

Nach einer aufwändigen Tournee gönnte sich die Band eine Pause. Während der Aufnahmen zum Album Raised on Radio (1986) mussten Valory und Smith die Band auf „Wunsch“ von Perry verlassen, der mehr und mehr die Geschicke der Band bestimmte. Ihre Arbeit im Studio und auf der nachfolgenden Tournee wurde von Studiomusikern übernommen. Nach dem Ende der Tournee kam es schließlich zum Bruch und die Band löste sich auf. Cain und Schon gründeten gemeinsam Bad English, während sich Perry einer Solokarriere widmete.

Im Jahr 1996 kam es zu einer Wiedervereinigung in der klassischen Besetzung Perry, Schon, Cain, Valory und Smith und dem Album Trial by Fire. Das Album sollte mit einer Tournee beworben werden, doch Perry verletzte sich kurz vor Beginn der Tournee und war für Monate außer Gefecht gesetzt. Die restlichen Mitglieder waren mit der Situation unzufrieden und beschlossen, ohne Perry weiterzumachen, um weiterhin auf Tournee gehen zu können. Für Perry wurde der Sänger Steve Augeri verpflichtet, der sich bereits bei Tall Stories und Tyketto einen Namen gemacht hatte und gesanglich an Perry erinnerte. Der freiwillig scheidende Schlagzeuger Smith wurde durch Deen Castronovo ersetzt, der bereits mit Cain und Schon bei Bad English musizierte.

Im Jahr 2001 folgte mit Arrival das erste vollständige Album unter Mitwirkung von Augeri. Erstmals in der Geschichte griff Journey auf die Hilfe von außenstehenden Songwritern zurück, dennoch gelang es der Band nicht, an frühere Erfolge heranzureichen. Enttäuscht über die mangelnde Promotion für das Album trennte sich die Band von ihrer Plattenfirma Sony Music, mit der sie über 25 Jahre zusammengearbeitet hatte.

Journey spielte danach noch regelmäßig Konzerte in den USA, gönnten sich aber wieder eine Veröffentlichungspause. Schon plante in dieser Zeit ein weiteres Projekt mit Sammy Hagar, das unter dem Namen Planet Us firmieren sollte. Sein alter Weggefährte Deen Castronovo war für den Schlagzeugerposten vorgesehen, während der von Van Halen bekannte Michael Anthony als Bassist vorgesehen war. Das Projekt traf sich zu einer kurzen Aufnahmesession, doch Hagar und Anthony mussten kurz darauf von weiteren Aktivitäten absehen, da sie sich für eine Tournee mit Van Halen verpflichtet hatten. Mit dem Sänger Jeff Scott Soto (Talisman) und dem Bassisten Marco Mendoza (Whitesnake, Thin Lizzy) fand Schon Ersatz.

Castronovo hatte in dieser Phase mit Alkoholproblemen zu kämpfen und wurde durch den Studiomusiker Virgil Donati am Schlagzeug ersetzt.  In der Zwischenzeit arbeitete Journey-Sänger Steve Augeri an Stücken für ein mögliches Soloalbum. Als er Neal Schon einige Ideen vorspielte, war dieser sofort begeistert und sah es als Impuls, ein neues Journey-Album einzuspielen. Erstmals beteiligten sich auch alle fünf Bandmitglieder am Gesang, wobei der Großteil des Materials immer noch von Augeri intoniert wurde. Besonders der frisch kurierte Castronovo überzeugte mit ungeahntem Stimmvermögen und erinnerte mit seinen Phrasierungen stark an den ausgeschiedenen Steve Perry.

2006 trat Journey nach über 20 Jahren wieder in Europa auf. Als Sänger fungierte dabei Steve Augeri. Auf der anschließenden US-Tour mit Def Leppard sprang Jeff Scott Soto für den an den Stimmbändern erkrankten Augeri ein. Im Dezember wurde die endgültige Trennung von Augeri bekannt gegeben. Soto wurde zum festen Sänger der Band.

Am 12. Juni 2007 gab Journey die Trennung von Jeff Scott Soto bekannt. Ab November 2007 arbeitete die Band unter Mithilfe des Produzenten Kevin Shirley an neuen Songs. Für den Gesang war jetzt der philippinische Sänger Arnel Pineda verantwortlich, der im Dezember 2007 offiziell als neues Bandmitglied vorgestellt wurde und von Gitarrist Neil Schon auf YouTube als Sänger einer Journey-Tribute-Band entdeckt wurde. Das erste Album mit Pineda als Sänger, Revelation, wurde im Juni 2008 veröffentlicht. Das zweite trägt den Titel Eclipse und ist seit Mai 2011 auf dem Markt.

2014 gab es mehrere Gerüchte, dass Arnel Pineda die Band verlassen wollte und Steve Perry zur Band zurückkehren würde. Dies wurde jedoch von allen Seiten dementiert. Grund hierfür war eine Interview-Aussage Perrys, dass er versuche, mit Neal Schon Musik zu machen, dies aber schwierig sei. Jedoch sei dies nicht im Rahmen von Journey geschehen

Heute gehört Journey mit über 75 Millionen verkauften Alben zu einer der erfolgreichsten US-amerikanischen Rockbands. Mein absoluter Favorit ist der Song „Lights“ (When the Lights go down in the City) aus dem Jahr 1978.

 

Allgemeine Informationen
Gründung 1973
Auflösung 1987
Neugründung 1996
Website http://www.journeymusic.com
Gründungsmitglieder
Gesang,Keyboard Gregg Rolie (1973–1980)
Gitarre Neal Schon (1973–1987; seit 1996)
E-Bass Ross Valory (1973–1984; seit 1996)
Schlagzeug Prairie Prince (1973–1974)
Gitarre George Tickner (1973–1976)
Aktuelle Besetzung
Gesang Arnel Pineda (seit 2007)
Gitarre Neal Schon
Bass Ross Valory (1973–1984; seit 1996)
Keyboard Jonathan Cain (seit 1980)
Schlagzeug Deen Castronovo (ab 1998)
Ehemalige Mitglieder
Gesang Steve Perry (1977–1987; 1996–1997)
Gesang Jeff Scott Soto (2006–2007)
Gesang Steve Augeri (1998–2006)
Gesang Robert Fleischman (1977)
Bass Randy Jackson (1985–1987)
Schlagzeug Steve Smith (1978–1984; 1996–1998)
Schlagzeug Aynsley Dunbar (1974–1978)

 

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Kategorie: Alles aus San Francisco, Fog City - Stadt des Nebels

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