Earth Day in San Francisco, inspiriert durch John Muir

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ca3d4c35628b6a56775f8a5b3fc6bf44Weil San Francisco die höchste Recycling-und Kompostierungsrate von  allen US-Städten hat, wird dem „Earth Day“ gerade hier besondere Beachtung geschenkt. Der „Tag der Erde“ soll uns daran erinnern, Natur und Umwelt zu respektieren.

Jedes Jahr am 22. April wird international der „Earth Day“ gefeiert. Da er dieses Jahr (2014) auf einen Dienstag fällt, sind die  Wochenenden vor und  nach diesem Dienstag mit Klima- und grünen Aktivitäten in der Bay Area gespickt und es  finden viele weiter Öko-Events über den ganzen Monat verteilt lang statt.

Den Höhepunkt der Hippie- und Blumenkinder-Kultur in den Vereinigten Staaten fand um1970 statt und war merkiert mit dem Tod von Jimi Hendrix, dem letzten Album der Beatles und Simon & Garfunkels Lied „Bridge Over Troubled Water“. Zu jener Zeit war  Protest das Gebot der Stunde – aber die Rettung des Planeten war nicht die Ursache. Der Krieg tobte in Vietnam und immer mehr Studenten in der ganzen Nation waren zunehmend dagegen.

Umweltverschmutzung? – Ist mir doch egal!

Zu dieser Zeit waren auf Amerikas Straßen fast ausschließlich V8-Sedans zu finden, die einen sehr hohen Benzinverbrauch hatten. Dazu verschmutzte die Industrie die Luft und die Flüsse gravierend und hatte wenig Angst vor rechtlichen Konsequenzen oder schlechter Presse. Die Luftverschmutzung wurde im Allgemeinen als der „Geruch von Wohlstand“ akzeptiert. „Umweltverschmutzung“ war ein Wort, das öfter im Zusammenhang von Bienenvölkern fiel, als in den Abendnachrichten. Obwohl das Mainstream-Amerika bei Umweltfragen unbeteiligt reagierte, wurde die Bühne für den ökologischen Wandel im Jahr 1962 freigegeben. Mit der Veröffentlichung von Rachel Carson New York Times-Bestseller „Silent Spring“, wurde ein Wendepunkt für die moderne Umweltbewegung markiert. Mit einer Verkaufsquote von mehr als 500.000 Exemplaren in 24 Ländern bis zum heutigen Tag, hat Mrs. Carson mehr als jede andere Person das öffentliche Bewusstsein und Interesse für lebende Organismen, der Umwelt und die öffentliche Gesundheit geschärft.

Der „Tag der Erde“ im Jahr 1970 nutzte das neu entstehende Bewusstsein, kanalisierte die Energie der Anti-Kriegs- und  Protestbewegung und setze Umweltbelange in den Vordergrund.

Die Idee zum „Earth Day“ hatte der Gründer Gaylord Nelson,  der zu diesem Zeitpunkt ein US- Senator von Wisconsin war, nachdem er Zeuge der verheerenden Auswirkungen der massiven Ölpest 1969 in Santa Barbara, Kalifornien wurde. Inspiriert von der Studentenantikriegsbewegung sah er, wie er diese Protestbewegung, in Zusammenhang mit dem Schärfen des öffentlichen Bewusstseins über Luft- und Wasserverschmutzung dazu nutzen konnte, um den Umweltschutz auf die nationale politische Agenda zu bringen.

Senator Nelson verkündete seine Idee einer „nationalen Lehrstunde über die Umwelt“, im den nationalen Medien. Des Weiteren überzeugte  er Pete McCloskey, ein konservativ eingestellter republikanischer Kongressabgeordneter, sein Stellvertreter zu werden und rekrutiertw Denis Hayes als nationalen Koordinator. Hayes stellte weitere 85 Mitarbeiter aus allen Bundesstaaten ein, um Veranstaltungen im ganzen Land zu fördern.

Bedeutung des 22. April

Nelson wählte das Datum des 22. April, um die Beteiligung an den Hochschulen für sein  „Environmental-Teach-in“ zu maximieren. Er wusste, dass  seine beste Wahl die Woche von April 19-25  wäre, da sie nicht in die Prüfungszeit oder Ferien fiele. Darüber hinaus stand das Datum auch nicht mit den religiösen Feiertagen wie Ostern oder Passah in Konflikt und war spät genug im Frühjahr gelegen, um halbwegs gutes Wetter zu haben. Um nicht in Konkurrenz mit Wochenendaktivitäten zu stehen, wählte er Mittwoch, 22. April. Der Tag fiel auch auf den Geburtstag des Naturschützers John Muir.

Am 22. April 1970 demonstrierten 20 Millionen Amerikaner für eine gesunde, nachhaltige Umwelt. Es fanden Kundgebungen von Küste zu Küste auf den Straßen, in Parks und öffentlichen Plätzen statt. Tausende von Fachhochschulen und Universitäten organisierten Proteste gegen die Zerstörung der Umwelt. Ältere Gruppen, die bereits seit Jahren gegen Ölverschmutzungen, umweltschädliche Fabriken und Kraftwerke, Roh- Abwasser, Giftmülldeponien, Pestizide, Autobahnen, den Verlust der Wildnis und das Aussterben von Wildtieren kämpfen, wurde plötzlich klar, dass sie gemeinsame Werte mit der Studentenbewegung teilten.

Der erste „Tag der Erde“ im Jahr 1970 hatte eine seltsame politische Ausrichtung. Normalerweise tief gespaltene Fraktionen wie Republikaner und Demokraten, Reiche und Arme, Großstädter und Bauern,  Industriemagnaten und Arbeiterführer engagierten sich gemeinschaftlich im Kampf für eine saubere Umwelt. Der erste „Earth Day“ Erde führte zur Gründung der „United States Environmental Protection Agency“ und zu einem Gesetzesentwurf, der saubere Luft, sauberes Wasser, und Artenerhaltung garantierte.

It was a gamble, but it worked. – Gaylord Nelson

Im Jahr 1990 wurde Denis Hayes von einigen großen Umweltorganisationen gebeten, eine weitere große Kampagne zu organisieren. Dieses Mal ging es beim „Earth Day“ um die globale Mobilisierung von 200 Millionen Menschen in 141 Ländern um den Umweltschutz auf einer weltweiten Bühne in Fokus zu setzen. So gab der „Earth Day“ im Jahr 1990 einen enormen Anschub für alle Recycling-Bemühungen weltweit und ebnete den Weg für den Weltumweltgipfel der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro. Diese Umstände veranlassten Präsident Bill Clinton, Senator Nelson 1995 mit der „Presidential Medal of Freedom“  – die höchste Auszeichnung, die einem Zivilisten den Vereinigten Staaten gegeben werden kann – für seine Rolle als Gründer des „Tag der Erde“ auszuzeichnen.

„Talking-Drum“ in Ghabun

Als sich die Jahrtausendwende näherte, stimmte Hayes zu, eine weitere Kampagne zu organisieren. Diesmal konzentrierte er sich auf die globale Erwärmung und erneuerbare, saubere Energien. Mit 5.000 Umweltgruppen in 184 Länder setzte er einen neuen Rekord und erreichte mit seinen Aktionen Millionen von Menschen. Der „Tag der Erde“ im Jahr 2000  kombinierte die Festivitäten des ersten „Earth Day“ im Jahr 1970 mit dem internationalen Basis Aktivismus des Earth Day im Jahr 1990. Das Internet wurde genutzt um die Aktivisten zu organisieren und es gab eine „Talking Drum“ – Gruppe die in Gabun (Afrika) von Dorf zu Dorf reiste um die Nachricht vom Umweltschutz zu verbreiten. Hunderttausende von Menschen versammelten sich auf der National Mall in Washington, DC um Kundgebungen zum Umweltschutz zu hören.  Laut und deutlich übermittelten die politischen Führer auf der ganzen Welt am „Tag der Erde“ im Jahr  2000  die Botschaft, dass die Bürger auf der ganzen Welt schnelle und entschlossene Maßnahmen für saubere Energie wollen.

Ähnlich wie 1970  fand der „Tag der Erde“ im Jahr 2010 zu einer Zeit großer Herausforderungen für die Umweltorganisationen statt. Klimawandelleugner, gut finanzierte Öl -Lobbyisten, zurückhaltende Politiker, eine desinteressierte Öffentlichkeit und  gespaltene Umweltgemeinde überschatteten den  Fortschritt und Wandel. Trotz  dieser großen Herausforderung war der „Earth Day“ zu seinem 40-jährigen Jubiläum wieder rehabilitiert. Es demonstrierte sich als leistungsfähiges Netzwerk in dem Menschen aus aller Welt ihr ökologisches Engagement zeigen. Das „Tag der Erde“-Netzwerk brachte 225.000 Menschen auf der National Mall zu einer Klima-Rallye zusammen, sammelte 40 Millionen Dollar in Umwelt Service-Aktionen, veranstaltete eine internationale 1 -Millionen- Baumpflanz Aktion, um nur einige zu nennen.

Der Kampf für eine saubere Umwelt muss mit zunehmender Dringlichkeit vorangetrieben werden, da sich die Folgen des globalen Klimawandels und Umweltverschmutzung sich jeden Tag mehr manifestieren.

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Kategorie: Alles aus San Francisco, Fog City - Stadt des Nebels

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