Die Entdeckung von San Francisco

Februar 25, 2015 | By | Antworte Mehr
Francis Samuel Marryat, Hilltop of San Francisco, California, Looking toward the Bay, 1849. M.& N. Hanhart Chromolithograph

Francis Samuel Marryat, Hilltop of San Francisco, California, Looking toward the Bay, 1849. M.& N. Hanhart Chromolithograph

Der Ort des heutigen San Franciscos wurde verhältnismäßig spät entdeckt – genauer gesagt erst 190 Jahre später, nachdem die ersten Entdecker an der Westküste entlang segelten. Tatsächlich segelten mehrere Expeditionen aufgrund des dichten Nebels einfach an der Bay vorbei.

Im Jahr 1970, während der Bauarbeiten der BART am Civic Center, fanden Bauarbeiter den Oberschenkelknochen einer Frau, dessen Alter auf 3.000 vor Christus datiert wurde. Dieser Knochen ist bis heute der älteste Nachweis für menschliches Leben im Gebiet von San Francisco. Außerdem weisen gefundene Muschelhaufen darauf hin, dass bereits lange vor dieser Zeit, Menschen hier gelebt haben müssen.

Ohlone Siedlungen

Ohlone Siedlungen

Um 1.000 vor Christus siedelten sich die Ohlone in temporären Siedlungen im Sumpfland in der Nähe der Bayküste und entlang der Flüsse an. Sie blieben dort bis Kalifornien unter spanische Herrschaft geriet.

Wegen dichtem Nebel lange unetdeckt

Als der Spanier Don Gaspar de Portolà (1734-1784) und der Franziskanerpater Junipero Serra (1713-1784) am 2. November 1769 die San Francisco Bay entdeckten gingen sie davon aus, dass  es die gleiche Bay sei die Sir Francis Drake  zuvor bereits entdeckt hatte. Der Engländer Sir Francis Drake (1579) oder auch Sebastian Vizcaino (1602) waren beide  am Golden Gate vorbeigefahren ohne es zu bemerken. Noch früher war der Portugiese Juan Rodriguez Cabrillo 1542 von San Diego aus die Westküste hochgesegelt, hatte aber südlich der Bay, vermutlich bei Monterey, wieder kehrt gemacht. Drake war 1579 rund 60 km weiter nördlich bei Point Reyes an Land gegangen und hatte es für Queen Elizabeth I okkupiert.  Im Logbuch notierte er dichten Nebel. Kurz darauf nannten spanische Entdecker die nun als Drakes Bay bekannte Point Reyes Bay um in La Bahia de San Francisco. Eine Zeit lang wurden beide unter dem gleichen Namen, San Francisco Bay, geführt, biss schlussendlich die größere der Beiden den Namen erhielt.

Gaspar de Portola

Gaspar de Portola

Navigationsfehler nach Monterey

Protola und Serra waren nur aufgrund eines Navigationsfehlers in der San Francisco Bay angekommen. Sie waren mit drei Segelschiffen nach Kalifornien gesandt worden um bei San Diego und Monterey zwei Missionsstationen und Forts zu errichten. Damit wollten sie den Einfluss der spanischen Krone nach Norden sichern und die einheimischen Indianer missionieren. Allerdings mussten die von Skorbut geschwächten Mannschaften ihre Reise vorzeitig beenden. Daraufhin zog ein 64 Mann starker Fußtrupp von San Diego aus in Richtung Monterey. Da sie duch Navigationsfehler zu weit nördlich geraten waren, sah Don Gaspar beim Überqueren einer Hügelkette anstatt Monterey die Bucht von San Francisco vor sich.

In dieser Zeit lebten die Yelamu, eine Untergruppe des Ohlone Stammes, in mehreren Dörfern rund um die Bay Area verteilt. Die dort lebenden 15-20.000 Ureinwohner empfingen sie freundlich; das einfache Fischervolk der Miwok im Norden der Bucht und die Ohlone im Süden und Osten lebten hier als nomadisierende Küstenindianer hauptsächlich vom Fischfang. Don Gaspar betrachtete sie als unzivilisierte Wilde, aber doch nutzbare Arbeitskräfte.

Juan Bautista de Anza

Juan Bautista de Anza

Mexikanische Revolution

Sieben Jahre später, 1776 erklärt Amerika seine Unabhängigkeit.  Die Berichte Don Gaspars veranlassten den Offizier Juan Bautista de Anza, mit 240 Siedlern, 1.000 Stück Vieh und Baumaterial von Mexiko aus bis an die Nordspitze der Halbinsel zu reisen. Dort errichtete der Spanier am 28. März 1776 ein Fort, das Presidio von San Francisco. Fünf Kilometer südlich entstand am 9. Oktober 1776 eine Mission, die von Pater Junipero Serra nach dem Schutzheiligen seines Ordens, dem Heiligen Franz von Assisi (San Francisco de Asis), benannt wurde. Die Mission wurde 1791 fertiggestellt und heißt heute Mission Dolores und steht im heutigen Fremont.

Fort und Mission entwickelten sich nur langsam. Nach der Mexikanischen Revolution 1821 die zur Unabhängigkeit von Spaniens führte, gehörte das Gebiet zu Mexico. Im Zuge der Revulotion wurde 1833 das Gesetz zur Säkularisierung (Verweltlichung) in Kraft gesetzt, was das Ende der Missionsperiode bedeutete. Das Gebiet wurde privatisiert. Die Missionen verloren ihre reichen Ländereien und die Mission Dolores verfiel. Zeitgleich verschwanden durch den Kulturschock und durch Krankheiten, die Ureinwohner. Am Anfang des 19. Jahrhunderts lebten praktisch keineUreinwohner mehr in der Bay-Area.

Mission D225olores

Unabhängige Republik Kalifornien und Yerba Buena

Bei seinem Besuch der San Francisco Bay im Jahr 1792 hatte der britische Erforscher George Vancouver (1757-1798) einen geschützten Ankerplatz östlich des Presidio entdeckt. Dieser wurde von den Spaniern Yerba Buena (Gutes Kraut) benannt, nach den süßlich duftenden Gräsern, die im Gebiet des jetzigen Telegraph Hill wuchsen. Vancouver hatte ein Zelt aufgestellt und zurückgelassen – den Kern des späteren Yerba Buena; einer kleinen englisch sprechenden Gemeinde, die weder den spanischen noch den mexikanischen Behörden unterstand.

1835 errichtete der englische Kaufmann und Kapitän William Richardson dort das erste Holzhaus das in der Gegend des heutigen Portsmouth Square stand. Zusammen mit dem Bürgermeister von Yerba Buena, Francisco de Haro, war er  für die Straßensplanung der neuen Siedlung zuständig. Yerba Buena begann zunehmend mehr und mehr amerikanische Siedler anzulocken. Schlussendlich riefen sie sich zur unabhängige Republik Kalifornien aus, welche aber nur wenige Wochen bestand.

Kalifornien fällt an die Vereinigten Staaten von Amerika

Commondore John Drake Sloat gewann während des amkerikanisch-mexikanischen Krieges am 7. Juli 1846 Kalifornien für die Vereinigten Staaten. Bereits am 9. Juli 1846 besetzten amerikanische Truppen unter Commodore John Drake Sloat (1781-1867) Yerba Buena. Kapitän John Montgomery hisste auf dem heutigen Portsmouth Square, der nach ihrem Schiff, der USS Portsmouth, benannt wurde, die amerikanische Flagge.

Yerba Buena wurde am 30. Januar 1847 in San Francisco umbenannt. Durch den Vertrag von Guadalupe Hidalgo endete am 2. Februar 1848 der mexikanisch-amerikanische Krieg und Kalifornien fiel an die USA.

Trotz seiner attraktiven Lage als Hafen-und Marinestützpunkt, war San Francisco noch eine kleine Siedlung mit unwirtlicher Geographie.

 

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Kategorie: Fog City - Stadt des Nebels, Geschichte von San Francisco

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