Die deutsche Hass-Liebe mit dem amerikanischen Präsidenten

August 2, 2014 | By | Antworte Mehr

article-2284756-184D5EE2000005DC-539_634x520Ein alle vier Jahre wiederkehrendes Phänomen sind die Wahlen, in denen die Amerikaner einen Präsidenten wählen, der entweder von den Deutschen gehasst oder geliebt wird. Auf der anderen Seite, sind die Amerikaner paradoxerweise nie wirklich mit ihrem regierenden Präsidenten zufrieden.

Am Einfachsten ist dieses mit dem Zwei-Parteien System in Amerika zu erklären: es ist damit einfach nicht möglich eine einzige Person zu wählen, die den Durchschnittsamerikaner repräsentieren könnte.

Stellen Sie sich das politische Spektrum einfach mal zweidimensional vor, links und rechts, liberal und konservativ. Bilden wir nun die durchschnittlichen, politischen Verteilungen darin ab, ergibt sich eine Gaußsche Normalverteilungskurve.

Ein Durchschnittsamerikaner ist viel konservativer als ein Durchschnittsdeutscher. Der Durchschnittsamerikaner denkt auf der einen Seite, dass die Todesstrafe eine sehr gute Idee,  und auf der anderen, dass ein staatlich kontrolliertes Gesundheitssystem der Anfang vom Ende ist. Er findet es auch total in Ordnung einen Serienkiller auf dem elektischen Stuhl hinzurichten, ihm die Giftpritze zu geben, ihn zu erhängen oder sogar zu erschiessen, steht dafür aber öffentlichen Steinigungen, mehr als kritisch gegenüber und ist daher nur etwas liberaler als der durchschnittliche Iraner.

Unglücklicherweise werden in Amerika die zwei Spitzenkandidaten der zwei großen politischen Parteien, die sogenannten „Primaries“, lange vor den eigentlichen Wahlen bestimmt. Innerhalb der jeweiligen Parteien treten verschiedene Kandidaten gegeneinander in Wahlkämpfen an und nur die Mitglieder der Partei, können über diese abstimmen. Am Ende bleiben zwei Kandidaten übrig, die Amerika spaltet. Die liberale Amerikaner denkt mehr wie ein Deutscher und wählt den Demokraten und der konservativer Amerikaner denkt hier eher wie der Iraner und wählt den Republikaner.

Und das ist der Grund, warum Amerikaner bei Deutschen den Eindruck erwecken, unter einer erheblichen Persönlichkeitsstörung zu leiden: Erst Bush (R), dann Clinton 2x (D), dann der nächste Bush 2x (R) und nun Obama 2x (D). Aus deutscher Sichtweise ist dieses Verhalten falsch, richtig, richtig, falsch, falsch, richtig, richtig. Aus amerikanischer Sichtweise, ist dieses Verhalten einfach nur falsch, falsch, falsch, falsch, falsch, falsch, falsch.

 

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Kategorie: Unbegrenzte Un-Möglichkeiten

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