Amerikaner sind lauffaul

Juli 31, 2014 | By | 4 Antworten Mehr

let_s_go_for_a_walk_she_said_540 (1)Sie kennen die deutsche Redensart “Jeder Gang macht schlank”? Amerikaner glauben nicht daran.

Jede Möglichkeit, alles zu erledigen ohne das eigene Auto verlassen zu müssen, wird von Amerikanern liebend gerne in Anspruch genommen. Es gibt unendlich viele verschiedene Drive-Throughs and Drive-Ins. Die Liste geht von Banken über Blumenläden, Starbucks, Schnapsläden bis hin zu Kirchen und Casinos. In Vegas finden sogar Drive-Through Hochzeiten statt.

Der Supermarkt, keinen Kilometer weit entfernt, wird selbst für Kleinigkeiten mit dem Auto frequentiert, anstatt zu laufen oder das Fahrrad zu nehmen. Auch zirkeln viele Amerikaner dann gerne 20 Minuten lang auf dem Parkplatz herum, um einen möglichst eingangsnahen Parkplatz zu ergattern. Menschen mit Behindertenparken werden argwöhnisch beäugt.

Bei fast allen öffentlichen Veranstaltungen empfiehlt es sich, das Auto zu hause zu lassen.  Nicht nur, dass der Verkehr unweigerlich zusammenbricht weil 50% der Amerikaner nicht an ein Verkehrschaos glauben – nein, die anderen 50% kollabieren schon alleine bei der Vorstellung, entweder ein paar Blöcke zu Fuß gehen zu müssen oder sogar einen Bus zu nehmen.

Amerikaner gehen auch nicht gerne spazieren. Was ich als Deutsche kenne, einen Sonntagsspaziergang in der Nachbarschaft oder der näheren Umgebung zu machen, gibt es hier fast gar nicht. Wie es spannend sein kann, sich einfach Häuser anzuschauen, bliebt für sie ein Rätsel. Hier wird das Auto genommen um in einen Park zu fahren und hier wird dann ebenfalls nicht spazieren gegangen.

Die bewegungsfreudigen Kalifornier sind besessen mit „hiking“ zu Deutsch „wandern“ und laufen dann in 40°C Sommertemperatur mehr oder weniger glücklich in den Nationalparks herum, wenn diese nicht gerade abbrennen.

Die lauffaulen treffen sich im Park bei den öffentlichen Grillplätzen. Praktischer Weise gibt es in allen größeren öffentlichen Parks ausgewiesene Orte, mit festverschraubten Grills, wo Menschen zusammenkommen um gemeinsam zu grillen. Die jeweiligen Alkoholbestimmungen sind zumeist auf einem Schild in der näheren Umgebung zu finden. Auch hier gilt: wenn es nicht verboten ist, ist es erlaubt. Aber wenn es verboten ist, bedeutet schon ein fehlendes Bier in einem 6er Träger eine Geldstrafe.

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Kategorie: Unbegrenzte Un-Möglichkeiten

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Kommentare (4)

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  1. Timo Fuchs sagt:

    Dazu fällt mir eine Anekdote ein. Ich war vor ein paar Jahren mit einem Kollegen aus Frankreich geschäftlich in New Orleans.
    Wir haben dort mit einem Team an Softwareentwicklern zusammengearbeitet. Am zweiten Tag kam zum Clash der Kulturen. Einer der Entwickler (Ami) schlug vor, dass wir zum Burgerladen gehen, der ca. 300m vom Bürogebäude entfernt war. Man konnte ihn vom Fenster aus bequem sehen, es war maximal ein weiteres Gebäude dazwischen.
    Der Entwickler meinte dann „Lasst uns gleich im Laden treffen“ und stellte sich an den Aufzug, um zum Parkdeck zu fahren. Wir waren insgesamt 5 Leute und die Amis dachten, wir würden nun jeder in sein Auto sitzen und die 300m dort hinfahren.
    Wir Europäer weigerten uns und meinten, da könnte man doch hin laufen. Wir wurden angeschaut, wie wenn wir nicht mehr alle Tassen im Schrank hätten. Aber na gut, da wir die Gäste waren, haben sich die Amis auf das Experiment eingelassen.
    Während des maximal 5-minütigen Fußmarschs meckerte einer der Kollegen die ganze Zeit, dass es doch totaler Quatsch sei, da hin zu laufen.
    Am nächsten Tag gingen wir etwas weiter weg essen und wir konnten die Jungs überreden, nur mit einem Auto zu fahren. Ich glaube, sie haben uns irgendwann gehasst 😉

  2. Timo Fuchs sagt:

    Dazu fällt mir eine Anekdote ein. Ich war vor ein paar Jahren mit einem Kollegen aus Frankreich geschäftlich in New Orleans.
    Wir haben dort mit einem Team an Softwareentwicklern zusammengearbeitet. Am zweiten Tag kam zum Clash der Kulturen. Einer der Entwickler (Ami) schlug vor, dass wir zum Burgerladen gehen, der ca. 300m vom Bürogebäude entfernt war. Man konnte ihn vom Fenster aus bequem sehen, es war maximal ein weiteres Gebäude dazwischen.
    Der Entwickler meinte dann „Lasst uns gleich im Laden treffen“ und stellte sich an den Aufzug, um zum Parkdeck zu fahren. Wir waren insgesamt 5 Leute und die Amis dachten, wir würden nun jeder in sein Auto sitzen und die 300m dort hinfahren.
    Wir Europäer weigerten uns und meinten, da könnte man doch hin laufen. Wir wurden angeschaut, wie wenn wir nicht mehr alle Tassen im Schrank hätten. Aber na gut, da wir die Gäste waren, haben sich die Amis auf das Experiment eingelassen.
    Während des maximal 5-minütigen Fußmarschs meckerte einer der Kollegen die ganze Zeit, dass es doch totaler Quatsch sei, da hin zu laufen.
    Am nächsten Tag gingen wir etwas weiter weg essen und wir konnten die Jungs überreden, nur mit einem Auto zu fahren. Ich glaube, sie haben uns irgendwann gehasst 😉

  3. Kerstin sagt:

    Haha, wie treffend! Ich muss gestehen, ich fand es so schön entspannend, in den menschenleeren Straßen herumzulaufen 🙂
    Aber ich bin in den drei Monaten, in denen ich dort war, ca. 16.000 km herumgefahren und hab auch ordentlich Sitzfleisch zugelegt. So einfach kommt man ja doch nicht von A nach B…

  4. Kerstin sagt:

    Haha, wie treffend! Ich muss gestehen, ich fand es so schön entspannend, in den menschenleeren Straßen herumzulaufen 🙂
    Aber ich bin in den drei Monaten, in denen ich dort war, ca. 16.000 km herumgefahren und hab auch ordentlich Sitzfleisch zugelegt. So einfach kommt man ja doch nicht von A nach B…

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