Amerikaner sind immer “busy”

Juli 30, 2014 | By | Antworte Mehr

zhu4xuDas Erste, was Sie über Amerikaner wissen müssen ist, dass sie immer ”busy” sind. Die Liste der Dinge die unerledigt bleiben ist zumeist lang, aber die universelle Entschuldigung dafür ist: „being busy“.

Amerikaner haben keine Zeit mit Ihnen Ihren Geburtstag zu feiern, weil sie gerade “busy” sind mit Arbeit und so. Die amerikanischen Firmen wissen wie „busy“ ihre Angestellten sind, sodass sie ihnen ganze 10 Urlaubstage pro Jahr zugestehen mit einer Handvoll von gesetzlichen Feiertagen (die tatsächlich an beiden Händen abgezählt werden können – es sind ganze 10 Stück!) um zu garantieren, dass die Arbeit erledigt wird.

Aber die amerikanische Geschäftigkeit ist nicht nur auf den Arbeitsplatz beschränkt, nein ihre “busyness” erstreckt sich bis in ihr Privatleben. Dort haben sie ihre eigenen Aktivitäten und die ihrer Kinder straff organisiert. Sie können beispielweise gerade nicht den Rasen mähen, da der Sohn zu einem 75 Meilen entfernten Training für seinen Sport gebracht werden muss. Warum so weit weg? Natürlich kann er nur in dieser speziellen Einrichtung sein volles Potential entwickeln – kein Problem, dass die Töchter eine Ballettschule 90 Meilen in die andere Richtung besuchen.

Es wird in Amerika als negativ angesehen, wenn Sie nicht ständig „busy“ sind. Die Geschäftigkeit wird hier mit einem aufregenden und interessanten Leben gleichgesetzt. Dabei sind Amerikaner nicht „wahllos busy“, will meinen, alle Freizeitaktivitäten sind immer irgendwie aufeinander abgestimmt, denn es kann immer der Karriere helfen.

So geht der Angestellte nach getaner Arbeit zu sogenannten „Network Mixer“. Diese finden regelmäßig statt und es gibt so viele, dass für jeden Geschmack, Job und Hobby etwas zu finden ist. Dort werden dann eifrig Visitenkarten ausgeteilt und einander versichert, wie schwer es war, heute Abend hier zu erscheinen: „Just very busy, you know?“

Verabredungen werden hier sofort in den eigenen Smartphonekalender eingetragen und Einladungen an alle Beteiligten verschickt. Gerne spicken dann die Amerikaner in den Kalender des Anderen um zu überprüfen, ob dieser tatsächlich so „busy“ ist. Manch einer ist schon dazu übergegangen, allen möglichen Schnick-Schnack in seinen Kalender einzutragen um möglichst „busy“ zu wirken.

Denn langweilig will hier niemand sein. Just busy!

 

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Kategorie: Unbegrenzte Un-Möglichkeiten

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